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Aus dem Sanella-Album Australien Neuseeland |
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"An diesem See gab es früher herrliche Felsenterrassen - es war einer der schönsten Plätze unseres Landes! In einem hochgelegenen Krater sprudelte eine heiße Quelle. Das Wasser lief über Dutzende von Felsstufen in den See. Es enthielt viel Kieselsäure, die den Felsen im Laufe der Jahrzehnte mit einer weiß und lichtblau schimmernden Kristallschicht überzogen hatte. Es muß wunderbar ausgesehen haben: eingefaßt von dunkelgrünen Farnen die hell leuchtenden Terrassen, über die das klare, perlende Wasser hinab in den blauen See floß! Und dieser See mit den herrlichen Kieselsinterterrassen verschwand 1886 in wenigen Minuten! Wißt ihr noch, daß ich euch in Wellington sagte, daß der ,erloschene' Tarawera plötzlich mit einer gewaltigen Explosion auseinanderbrach? Da drüben liegt er mit seinem zerrissenen Krater. Gewaltige Feuermassen jagten damals aus seinem Schlund, glühende Lava wälzte sich - alles versengend - die Hänge herab. Die Erde zitterte, die Menschen rannten keuchend um ihr Leben, im heißen Aschenregen verzweifelt nach Luft ringend! |
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Da - ein neuer Donnerschlag! Und noch einer! Die Erde öffnete sich. Felsen, Bäume, Menschen stürzten in den glühenden Abgrund! - Auch der Rotomahana wurde in wenigen Minuten aufgesogen. Mit ihm sanken fünf blühende Maoridörfer mit ihren Bewohnern in die Tiefe. Ein Riß von 10 Kilometer Länge und 400 Meter Breite klaffte in der Erde. - Es war das furchtbarste Unglück, das Neuseeland jemals erlebte! Wildschweinjagd im Kauriwald Wir haben das Gebiet der heißen Quellen und der brodelnden Erde verlassen, haben uns Auckland, die größte Stadt Neuseelands, angesehen und sitzen nun an einem flackernden Lagerfeuer unter mächtigen Kaurifichten. Freddy hat uns in der vergangenen Woche kreuz und quer durch dichte Urwälder, weite fruchtbare Weidegebiete und kahle Heideflächen gejagt. - "Damit ihr nicht glaubt, daß unser ganzes Land aus Maori=Pahs und heißen Quellen besteht!", hatte er gemeint. Das haben wir jetzt gesehen. Sägewerke und Obstplantagen, Käsefabriken und Schlachthäuser zeigten uns, daß auch in Neuseeland - das ungefähr so groß wie Westdeutschland ist - hart gearbeitet wird. Heute nachmittag fuhren wir uns fest - auf einem aufgeweichten Waldweg. Wenn nicht zufällig einige Männer vorbeigekommen wären und uns geholfen hätten, dann säßen wir wahrscheinlich jetzt noch in der Schlammkuhle und nicht hier am Feuer der Holzfäller! Die hohen, geraden Stämme der Kaurifichten - die 30 und mehr Meter hoch werden - leuchten im Schein des Feuers. Kaurifichten wachsen nur hier im Norden Neuseelands und sonst nirgendwo auf der Erde. Sie sind wegen ihres wertvollen Holzes und wegen des Harzes, das sie liefern, berühmt geworden. An dem Ast, den gerade einer der Männer ins Feuer schiebt, hängen Dutzende von Harztropfen. |
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